Wo beginnt Hundetraining?



Am Anfang schuf Gott den Menschen, aber als er sah wie schwach er war, gab er ihm den Hund.

(Alphonse Toussenel)


Hundetraining...

Training klingt erst einmal nach Dressur und Abrichtung.

Wenn Hundetraining jedoch dazu wird wurde Sinn und Zweck eines verständnisvollen, artgerechten Trainings mit dem Hund verfehlt.

 

Hundetraining umfasst für canis cum cor alle Handlungen am und mit dem Hund arteigenes Verhalten zu beeinflussen. Sobald zwei Individuen miteinander interagieren findet ein Austausch und ein Lernen statt, ein Prozess der unausweichlich ist. So gesehen "trainieren" wir uns einander alle ständig gegenseitig.

"Man kann nicht nicht kommunizieren."

Ob im Job, im Familienleben, beim Ausüben eines Hobbys, ständig findet ein Austausch statt, aus dem gewisse Gewohnheit entstehen (können). Training ist also prinzipiell etwas Tolles, viel Potential das sich je nach Umwelteinfluss und in Interaktion mit Mensch und Tier in viele Richtungen entwickeln kann. Lernen ist ein lebenslanger Prozess, niemand hört vor dem Tod auf zu lernen. Lernen war seit jeher wichtig für die Entwicklung und das Überleben jedes Lebewesen. Weiterentwickeln ist (über-) Leben.

    

Es liegt in der Hand der Genetik des Hundes, dem Verhalten der Elterntiere, der Umgebung beim Züchter, den verschiedenen Prägungsphasen, Umgebungen, ausgesetzten Reizen und vielem mehr was sich schlussendlich wie zu welchem ritualisiertem Verhalten entwickelt.

Einen oft unterschätzten und unerkannten Anteil am Verhalten des Hundes haben auch Gesundheit, Krankheit (beispielsweise allgemeine Schmerzen, Schilddrüsenproblematik uvm), Fütterung sowie neuropsycholgische Vorgänge.

 

Das auch unsere Hunde schliesslich nie auslernen ist unser Glück. Hier kommen wir (wieder) ins Spiel. Was Hänsschen nicht lernt lernt Hans nimmermehr ist also nur begrenzt anwendbar.

Sicher gibt es verschiedene Prägungsphasen, bei Mensch wie bei Tier in denen besonders intensiv und auf bestimmte Art gelernt wird. Da das Lernen (und Training) jedoch ein lebenslanger Prozess ist haben wir hier die Möglichkeit dem Hund von dem Moment der ersten Begegnung unerwünschte, also für uns unangenehme Dinge beizubringen, coole, für uns angenehme Dinge beizubringen und gegebenenfalls diese unerwünschten Dinge auf verschiedene Arbeitsweisen zu "überspielen", zu "löschen" und zu anderweitig  "bearbeiten".

 

Hier gibt es diverse Ansätze, die ganz auf die Situation und das unerwünschte Verhalten das dem Hund irgendwann einmal beigebracht wurde oder er sich und die Umwelt selbst beigebracht hat zu reagieren.

 

Für jedes Verhalten des Hundes besteht die Möglichkeit eines möglichst passenden Trainings.

Dieses wird nach der Erstanamnese, bei dem das problematische Verhalten im Kontext mit dem/der Hundehalter und dessen Verhalten sowie dem Umgang des "Problems" und Umwelt beobachtet wird, entwickelt und gegebenenfalls auch während des laufenden Trainings angepasst.