Bedürfnisse erkennen und verstehen



Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen.

(Christian Friedrich Hebbel)



Hundetraining bedeutet den Hund und seine Bedürfnisse zu verstehen.

Ebenso bedeutet es den Menschen zu verstehen und zu vermitteln.

 

Prinzipell kann man vorab sagen, das sich die Kommunikation zwischen Hund und Mensch grundliegend unterscheidet. 

Der Hund versteht eine klare Führung, Fairness, Konsequenz und eine direkte Rückmeldung der Umwelt auf gezeigtes Verhalten.

Umso wichtiger ist es möglichst wertfrei und ohne große Emotionen mit dem Hund zu interagieren.

Wer schon einmal aufmerksam Hunde im Spiel beobachtet hat konnte sicher einen ersten Einblick in die klare Kommunikation der Hunde erlangen. 

Viele Situationen werden bei Hunden untereinander rasch und gewaltfrei geklärt, sofern eine entprechende Sozialisierung stattgefunden hat. 


"Kommunikation beinhaltet Konflikte."

Sie gehören ähnlich wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung auch zum Hundealltag dazu. Die Hundesprache, beispielsweise Beschwichtigungssignale dienen einer unkomplizierten Kommunikation. 

 

All diese und viele weitere soziale Kompetenzen müssen erst erlent werden. Hatte ein Hund nie die Möglichkeit sich mit anderen Hunden zu verständigen, diese Kommunikation zu erproben und ein gesundes Sozialverhalten zu festigen kann später eine eigentlich völlig unkomplizierte Konfliktsituation eskalieren. Daher ist es schon im Welpen- und Junghundealter essentiell diese sozialen Kompetenzen zu erlernen, erproben, zu festigen und auch Konflikte zu erfahren.

Die unterschiedlichen Prägungsphase kann und sollte  daher der Züchter und später der Besitzer kennen und nutzen. Autofahrten, Kinder, ältere Menschen, Verkehr, Zugfahrten, Städtetrubel, Aufzugfahrten, Tierarzt, Tiere aller Art und Farbe, Geräusche, Gerüche und vieles mehr muss der junge Hund erst kennen lernen. Dies liegt voll uns ganz in unserer Verantwortung.

 

Allzu oft läuft dennoch irgendwo irgendetwas schief.

Das Wichtigste ist das der Hundehalter erkennt, das ein Problem vorliegt. Dies kann unerwünschtes Verhalten sein wie hochspringen, anbellen, Trennungsängste, Jagdtrieb, Essen klauen, allgemeiner Ungehorsam, Leinenaggression, Aggression gegenüber Menschen oder anderen Tieren und Artgenossen. 

Auch angstbedingtes Fehlverhalten sollte mit einem fachkundigen Trainer analysiert und trainiert werden. Der nächste Schritt sollte sein sich einen Hundetrainer an die Seite zu holen, dem man vertrauen kann. Gewalt und der Umgang mit gewaltsamen Trainingsmitteln sollte den verantwortungsvollen Hundehalter abschrecken. Eine Probestunde kann eine gute Möglichkeit sein, zu schauen ob der Trainer und die Philosophie zum Hund-Halter-Paar passt.  Dennoch sollte man die Bereitschaft mitbringen mit dem Hund und vor allem auch an sich selbst zu arbeiten. Hundetraining, insbesondere das Training mit Problemhunden oder Hunden mit Stereotypen ist eine große Aufgabe und benötigt viel Zeit, Auseinandersetzung mit sich, der Situation und dem Hund.

Selbstreflexion ist im Hundetraining unabdingbar.

 

Auch ich konnte mich mit den klassischen Trainingsmethoden nicht immer hundertprozentig identifizieren und habe mich daher für das Studium der Hundepsychologie entschieden und nicht die klassische Hundetrainerausbildung absolviert. Ich möchte den unverstandenen Hund, arteigenes Verhalten und daraus entstehende Stereotypen und Verhaltensprobleme ganzheitlich betrachten. Mir ist es wichtig, die "Krankheit" und nicht nur das "Symptom" zu behandeln. Mich interessiert jeder Hund als einzigartiges Individuum mit all seinen Verhaltensweisen, seinem Sozialverhalten, seiner Intelligenz und natürlich nicht zuletzt seinem Charme.

 

Ich bin zuversichtlich, das jedem Hund und jedem Halter mit dem passenden Konzept geholfen werden kann. 

In einem persönlichen Gespräch, der Erstanamnese besprechen wir das weitere Vorgehen.